Ein Dorf wehrt sich – Gruppe aus München zu Gast in Attaching

Auf Initiative der Grünen hat eine Gruppe interessierter Münchnerinnen und Münchner das Dorf im Erdinger Moos besucht, um sich über die negativen Auswirkungen der geplanten 3. Startbahn auf Mensch und Natur zu informieren.

mit Dr. Christian Magerl (MdL), Helga Stieglmeier (Sprecherin Aktionsbündnis aufgeMUCkt) und Katharina Schulze (Sprecherin Bündnis „München gegen die 3. Startbahn“)

Am 17. Juni stimmt die Münchner Bevölkerung in einem Bürgerentscheid über den Bau der 3. Startbahn am Flughafen ab. Um sich mit eigenen Augen und Ohren ein Bild von der Situation vor Ort zu machen, hat eine Münchner Gruppe das Erdinger Moos besucht.

Empfangen wurde die Münchner Delegation von der Bürgerinitiative Attaching. Michael Buchberger und Franz Spitzenberger boten einen Rundgang vorbei an verschiedenen Lärm-Referenzpunkten innerhalb und außerhalb des „Entschädigungsgebietes“. Eindrucksvoll vermittelten sie die über 1000 Jahre alte Geschichte Attachings, das gegenwärtige Leben in direkter Nachbarschaft des Flughafens sowie der drohende Untergang des Dorfes durch die geplante 3. Startbahn. Beim Weißwurstessen im Feuerwehrhaus kamen die BesucherInnen aus München mit den AttachingerInnen ins Gespräch.

„Die Menschen haben sich soweit es geht mit dem Flughafen arrangiert. Wenn jetzt die 3. Startbahn gebaut wird, bedeutet dies eine nicht hinnehmbare Zusatzbelastung für die gesamte Region“, so Helga Stieglmeier vom Aktionsbündis aufgeMUCkt, dem 84 Bürgerinitiativen angehören. Stadtrat Johann Hölzl übermittelte den MünchnerInnen ein Grußwort im Namen des frisch gewählten Oberbürgermeisters Tobias Eschenbacher, der die 3. Startbahn als Entwicklungshemmnis für die Stadt Freising kritisiert.

Die BesucherInnen zeigten sich von der Situation der Menschen nicht unbeeindruckt. Laut den Planungen würde der südliche Teil des Dorfes in einer Höhe von 50 bis 80 m überflogen – das ist niedriger als die Frauenkirche in München. „Ich empfinde es als bedrückend, dass die Entschädigungsgrenze das Dorf zerschneidet und ein Rest-Attaching ohne soziale Infrastruktur zurücklässt, wenn die dritte Bahn kommt. Die Regierung von Oberbayern und die FMG ignorieren die Nöte der Menschen“, kritisiert Katharina Schulze vom Bündnis „München gegen die 3. Startbahn“. Auch innerhalb der Entschädigungszone stellt sich die Lage nicht einfach dar: „Die Entschädigung für Haus und Garten basiert auf dem Verkehrswert von 2007. Davon kann man sich in Freising nicht mal eine Eigentumswohnung leisten.“, erläutern die Attachinger.

Am Nachmittag begab sich die Gruppe aus München auf eine Vogelkunde-Expedition mit Dr. Christian Magerl. Mit dem Fahrrad konnten sie die Dimensionen der geplanten 3. Startbahn plastisch erfahren und die in Teilen als europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesene Niedermoorlandschaft auf sich wirken lassen. Zum Abschluss durchquerten die BesucherInnen die bereits von der Flughafengesellschaft aufgekaufte Siedlung Schwaigermoos – ein Geisterdorf inmitten Oberbayerns.

Die Attachinger, dagegen, geben nicht auf – obwohl ihr Widerstand gegen die Pläne der Flughafengesellschaft dem Kampf von David gegen Goliath gleichkommt. Mit kreativen Mitteln wie der Kampagne www.meine-muenchner-stimme.de und der Aktion „Occupy Staatskanzlei“ ruft das Bündnis „aufgeMUCkt“ die Münchnerinnen und Münchner zu Solidarität auf.
Einen ausführlicheren Eindruck von der Exkursion vermittelt der folgende Bericht: http://www.gruene-muenchen.de/aktuell/news/einzelmeldung/exkursion-nach-attaching/

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